Nach der Geburt ist der Beckenboden oft geschwächt, eine der häufigsten Folgen ist eine vorübergehende oder anhaltende Belastungsinkontinenz. Ein 2013 im Rahmen der Cochrane Database of Systematic Reviews aktualisiertes Review von Herbison und Dean fasst die Studienlage zu einer der ältesten Trainingsmethoden zusammen: gewichteten Vaginalkonen.
Was die Studie untersucht hat
Die Autoren werteten 23 randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt 1.806 Frauen aus, davon wurden 717 mit Vaginalkonen behandelt. Verglichen wurde das Konen-Training unter anderem mit keiner Behandlung, mit klassischem Beckenbodentraining ohne Hilfsmittel und mit Elektrostimulation.
Die Ergebnisse im Überblick
Vs. keine Behandlung: Vaginalkonen zeigten sich einer Nicht-Behandlung deutlich überlegen.
Vs. Beckenbodentraining und Elektrostimulation: Hier fand sich nur wenig Evidenz für einen Unterschied, allerdings bei breiten Konfidenzintervallen. Ein sicherer Wirksamkeitsvorteil einer Methode gegenüber der anderen lässt sich daraus nicht ableiten.
Was die Autoren schlussfolgern
Die Studienautoren schlussfolgern, dass Vaginalkonen Frauen als eine mögliche Trainingsoption angeboten werden können, wenn diese das Hilfsmittel akzeptabel finden. Größere und methodisch hochwertigere Studien seien aber notwendig, um sichere Aussagen treffen zu können.
Einschränkungen der Studie
Die eingeschlossenen Einzelstudien waren überwiegend klein, ihre Qualität war für viele Studien schwer zu beurteilen, und die verwendeten Endpunkte unterschieden sich stark, was den direkten Vergleich erschwert. Beide Gruppen, sowohl Konen- als auch Vergleichsgruppen, wiesen zudem hohe Abbruchraten auf. Nur 7 der eingeschlossenen Studien erfassten die Lebensqualität, keine untersuchte wirtschaftliche Aspekte, und die meisten Studien hatten nur eine kurze Nachbeobachtungszeit.
Einordnung für die Praxis
Aus meiner physiotherapeutischen Praxis kann ich bestätigen, dass ein gezieltes, schrittweise gesteigertes Beckenbodentraining nach der Geburt einen echten Unterschied machen kann, unabhängig davon, ob mit oder ohne Konen trainiert wird. Wichtig ist vor allem, dass regelmäßig und mit ansteigender Anforderung trainiert wird. Konen-Systeme wie unser Aquaflex-Set bieten dafür eine strukturierte Möglichkeit, das Training in festen Gewichtsstufen zu steigern. Das im Cochrane-Review untersuchte Konen-Material stammte aus einer Vielzahl unterschiedlicher Studien mit unterschiedlichen Konen-Systemen, nicht speziell aus dem Aquaflex-System. Wer nach der Geburt unsicher ist, wie stark die Beckenbodenmuskulatur betroffen ist, sollte das zunächst mit einer Hebamme, Frauenärztin oder einer auf Beckenboden spezialisierten Physiotherapeutin abklären lassen. Mehr zu unserem Konen-Set findest du in der Kollektion Schwangerschaft & Rückbildung.
Das hier zitierte Cochrane-Review wertete Studien mit verschiedenen Vaginalkonen-Systemen unterschiedlicher Hersteller aus, nicht speziell mit dem Aquaflex-System aus unserem Sortiment. Individuelle Ergebnisse können abweichen. Bei anhaltenden Beschwerden nach der Geburt empfehlen wir grundsätzlich eine ärztliche oder physiotherapeutische Abklärung.

